Der Seifenhof

Der Seifenhof

Der Seifenhof

 

Immer wieder werde ich gefragt: Wie kommt man denn auf Seife?

Die Antwort ist, wie in vielen Dingen, nicht so einfach.

Es gibt grundlegende, handwerkliche, philosophische, ökonomische, ökologische Ebenen des Weges zur Seife. Da mach mal bei Gelegenheit einen VHS-Kurs draus :) Eins ist aber besonders wichtig: Das Gefühl.

Das Gefühl, das man nach Stunden der Arbeit hat, wenn man auf sein Ergebnis - eine Charge reine Naturseife - schaut. In dem Wissen um die Qualität der Zutaten, die Sorgfalt bei der Herstellung und den Nutzen der Seife. 6 Wochen später - nach der Trockenphase - nimmt man jedes einzelne Stück noch einmal in die Hand: stempeln, liebevoll verpacken und einlagern oder versenden. Und all das in der Hoffnung, dass ein wenig dieses Gefühls bei dem Kunden ankommt, Sie oder Er zufrieden ist und wiederkommt.

Der Seifenhof steht in Kunersdorf, mitten in der Niederlausitz - am Rande des ehemaligen Tagebaus Greifenhain und zukünftigen Altdöberner Sees. Daher kommt unser Gemeindename Neu-Seeland.

Hier ist der Seifenhof auch ein Experiment. Inmitten der Narben des menschlichen Energiehungers, in einer "postindustriellen Region, die technogen von Windparks und Solarkraftwerken überprägt" wird, ist es der Versuch, mit so etwas "exotischem" wie der Seifenherstellung, Fuss zu fassen. Ein Gegenentwurf? Ein Oxymoron? Die Fragen kann ich heute noch nicht beantworten. 

Es ist wie mit der Seife:

Veränderungen fangen im Kleinen an. Für den Einen oder den Anderen gehört dazu, bewußt auf billige, industriell hergestellte Seifen, Flüssigseifen, Shampoos ... zu verzichten und das Gefühl zu genießen, sich mit einer Seife zu waschen, die bei der Herstellung nicht Unmengen von Energie verschlingt, die keine Zusätze auf Mineralölbasis und keine Konservierungsstoffe enthält, die biologisch abbaubar ist und deren Rohstoffe nicht auf dem Rücken der Entwicklungsländer hergestellt werden.